Dirdal - Lysebotn

Östlich von Stavanger dringen der kleinere Frafjord und der Lysefjord weit in die Bergwelt des Skandinavischen Gebirges ein. Unser Ziel des Tages ist es, vom Ende des einen Fjordes zum anderen zu gelangen. Auf auf dem Landweg und mit dem Auto nach Lysebotn. Wir freuen uns auf tolle Landschaften bei diesem kleinen Abenteuer.

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Der letzte Ort, an dem der Frafjord landeinwärts auf der FV 45 mit dem Auto erreicht werden kann, ist das kleine Dirdal. Weiter geht es bis nach Gilja. Hier führt nordwärts der Frafjordtunnelen unter dem Bergmassiv hindurch bis in den Ort Frafjord am Ende des gleichnamigen Fjordes.

Der Start unserer Tour ist erreicht und die Nachrichten von der Strecke könnten besser sein. Irgendwo oben in den Bergen soll die Straße Richtung Haukelifjell gesperrt sein. Zu viel Schnee, ein allgegenwärtiges Problem bei Fahrten über die höheren Lagen der norwegischen Bergwelt. Auch jetzt noch, Mitte Mai.

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Egal, wir legen los. Bevor wir wieder auf die FV 45 fahren, biegen wir hinter dem Tunnel links ab und fahren den Berg hinauf, die alte Straße nach Frafjord.  Ein Einheimischer gab uns den Tipp mit der Bitte, dort nicht zu schnell zu fahren.

Fast 10 Minuten fuhren wir recht steil bergauf, bis die Straße blockiert war. Ein paar Meter weiter bot sich dann ein fantastischer Ausblick auf das Ende des Frafjords. Dieser Abstecher lohnte sich auf jeden Fall. Die Durchfahrt ist wegen der Lärmbelästigung durch rasende zwei- und vierrädrige Fahrzeuge gesperrt.

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Nun müssen wir aber dringend weiter. Rund 100 km einfache Strecke durch die norwegische Bergwelt liegen noch vor uns. Zudem soll das Wetter sich deutlich verschlechtern. 

Den Berg nun also hinab, dann links auf die FV 45 und Richtung Byrkjedal. Nach wenigen Kilometern biegt die Straße 503 rechts ab. Hier befindet sich die Lysstøperiet, norwegens älteste Kerzenwerkstatt. Natürlich mit Verkauf und vielen weiteren Souvenirs.

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Auf dem Bild oben ist die Kerzenwerstatt zu sehen, das etwas höhere, gelbe Gebäude. Daran schließt sich rechts der Souvenir-Shop an. Der Glaspalast schmiegt sich an den Felsen. Das Gestein ist offen in den Laden integriert, was wirklich gut aussieht und den Besuch schon allein lohnt.

Links steht ein kleines Hotel und eine richtig gute Gaststätte. Hier wurde ich einmal von einem sehr netten Norweger eingeladen. Das Essen ist lecker und auch noch halbwegs bezahlbar.

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Wir fahren. Gleich hinter dem Abwzeig der 503 halten wir wieder auf einem kleinem Parkplatz. Der rauschende Gebirgsbach hat es uns angetan und ein Foto muss einfach sein. Der Bach wird uns noch lange auf der Fv 45 begleiten.

Die Straße führt sanft hinauf in das Gebirge. Mit dem schönen Wetter am Frafjord und in Byrkjedal ist es vorbei. Nebel zieht auf und die Berge ringsum wirken mystisch auf uns ein. Wir passieren ein paar Seen, der Hunnevatn ist noch beinahe komplett zugefroren.

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sirdal, huetten

Dann klart es zumindest ein wenig auf. Wir erreichen ein Feriengebiet mit Hotels und verstreuten Hütten. Hier ist alles auf Freizeitaktivitäten in der Natur ausgerichtet. Natürlich gehört Skisport mit gut ausgebauten Anlagen dazu, aber auch Moutain-Cart, Kanutouren und viele andere Outdoor-Sportarten.

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Der Fv 45 endet und es bleibt die Auswahl, rechts oder links abzubiegen. Rechts geht es den Fv 468 in Richtung Tonstad, dem Verwaltungssitz der Kommune Sirdal, welche keine 2000 Einwohner zählt.

Wir biegen hier links ab und folgen dem Sirdalveien weiter in Richtung Lysebotn, unserem Ziel. Die Gegend ist wasserreich und ein wenig betrübt uns der bedeckte Himmel mit den tief hängenden Wolken, die nur wenig von der schönen Landschaft freigeben.

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Die Straße nach Lysbotn

Etwa 15 Kilometer nach dem Ende der Fv 45 ist nun der Abzweig nach Lysbotn erreicht. Geradeaus führt der Sirdalsveien nördlich weiter. Wenig später geht es dort östlich über den Suleskardveien zum Fv 9 und somit auch Richtung Haukelifjell und Hardangerfjord.

Unser Weg ist aber der Lyseveien Fv 986 nach Lysebotn, die aufregende, schmale Straße zum Ende des Lysefjords. Gut 30 Kilometer auf kurvenreicher, schmaler Strecke durch ein wildes Naturparadies in Südnorwegen.

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So sieht nun ein typischer Maitag in den Bergen Südnorwegens aus. Wirklich kalt ist es nicht, aber Schnee liegt noch reichlich. Die Straßenränder zeigen noch den Kampf der Schneefräse, aber die Fahrbahn ist frei.

Bei Gegenverkehr sorge ich mich schon um die Außenspiegel, aber trotz oft hohem Tempo mancher Fahrzeuge läuft es gut. Unfälle auf den schmalen Straßen Norwegens gibt es dennoch genug, und ein abgefahrener Spiegel auf dem Fjell und noch dazu im Urlaub ist gleich doppelt ärgerlich. Weiter nun auf dem Lyseveien der nun die Straßenbezeichnung Fv 500 trägt.

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Die letzten 8 Kilometer vor Lysebotn geht es steil abwärts. 32 scharfe Kurven, von denen 27 so genannte Haarnadelkurven sein sollen, führen hinab. Erhaben liegt dann der Parkplatz zum Kjerag vor den wagemutigen Autofahrern.

Kjerag, das um die 1000 Meter hoch über dem Lysefjord gelegene Plateau, kann hier vom Restaurant Oygadstole aus bewandert werden. Hier liegt die Höhe bei 640 Meter. Der Wanderweg ist alles andere als einfach, 3 Stunden Zeit (Hinweg) und viel Schweiß kann der Weg schon kosten. 

Dafür wird man mit dem sensationellen Kjeragbolten belohnt, einem großen Stein, der in einer Felsspalte eingeklemmt ist. Den schauen wir uns aber ein anderes Mal an, wir wollen nach Lysebotn und müssen auch noch nach Byrkjedalen zurück. 

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Die Kurven nach Lysebotn hinab wurden in den letzten Jahren erheblich entschärft. So sehr wir und manche Andere den Ausbau der alten Straßen auch bedauern, die steigenden Touristenzahlen machen diese Arbeiten einfach notwendig. 

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Der letzte Abschnitt auf unserem Weg nach Lysebotn führt durch den 1100 Meter langen Lysetunnelen. Wenn auch er inzwischen ein wenig enschärft ist, so ist es immer noch ein Tunnel der alten Schule, mit echtem Felsen an den Decken und Wänden.

Mitten im Tunnel wendet sich die Straße einmal komplett in die entgegengesetzte Richtung, was dann einem so genannten Kehrtunnel entspricht. So wird der Weg länger und die Steigung, beziehungsweise das Gefälle, etwas gemindert.

Wir sind jedenfalls begeistert, erst die vielen Kurven steil bergab mit toller Aussicht, nun dieser Tunnel, der immer noch großen Fahrspaß verspricht. Wir können nur empfehlen, hier im niedrigen Gang zu fahren, um die Bremsen zu schonen. Mit Automatik fährt man eben entsprechend langsam.

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Nach den wilden Bergen und atemberaubenden Kurven wird die Landschaft nun sanfter. Kein Schnee mehr, sondern ein zartes Grün der Laubbäume und die beeindruckende Ruhe des Lysefjord übernehmen die Szenerie. Eine der schönsten Straßen Norwegens, ein beeindruckender Ort – Lysebotn. 

Und doch sind wir hier fast allein. Ein paar Übernachtungsmöglichkeiten gibt es, Massentourismus wie am Geirangerfjord jedoch nicht. Und so laufen wir unten am Strand de Fjordes ganz allein, umgeben von einer mächtigen Bergwelt mit vielen Wasserfällen.

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Beeindruckt von der Fahrt und dem wunderschönen Ende des Fjordes in Lysebotn verweilen wir noch eine gute Stunde. Dann fahren wir nach Byrkedalen zurück. Lysebotn kann ansonsten nur per Schiff über den Fjord in Richtung Stavanger verlasen werden.

Wir sind dankbar und glücklich, wieder einmal einen Tag in dieser wundervollen norwegischen Naturlandschaft verbracht zu haben. Folgen Sie uns weiter durch das schönste Land Europas.

Bereits in Südnorwegen erwartet die Reisenden eine beeindruckende Naturlandschaft. Scheint dann noch die Sonne, fühlt man sich so gar nicht im hohen Norden Europas angekommen.

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Für uns bietet Norwegen die schönsten Naturlandschaften Europas, aber auch weit darüber hinaus. Die Fjorde sind unbeschreiblich majestätisch und hoch im Norden scheint die Mitternachtssonne.

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Auf Skandinavischer Sommer zeigen wir Ihnen Norwegen, Schweden und Dänemark. So, wie wir Skandinavien erlebten und noch immer entdecken. Reisen Sie mit uns in den Norden Europas. 

Weiterführende Links im Raum Lysebotn